Objekttypen
Grundriss erstellen für ein Mehrfamilienhaus
Beim Mehrfamilienhaus wechselt der Zweck des Grundrisses: Er wird vom Verkaufsbild zum Verwaltungsdokument. Wer ein Zinshaus verkauft, verkauft Mietflächen, und die müssen pro Einheit belegbar sein – nicht nur als hübsche Zeichnung, sondern als Zahl, die zur Mietaufstellung passt.
Gleichzeitig bleibt der klassische Bedarf bestehen: Wer eine einzelne Wohnung im Haus vermietet, braucht einen Grundriss genau dieser Einheit. Beides aus demselben Projekt zu erzeugen, spart die Doppelpflege, die in der Praxis fast immer zu widersprüchlichen Zahlen führt.
Ein Projekt, mehrere Einheiten je Geschoss
Legen Sie pro Geschoss einen Grundriss an und trennen Sie darin die Wohnungen eindeutig – über Raumbezeichnungen mit vorangestellter Wohnungsnummer oder über einen eigenen Plan je Einheit. Wichtig ist, dass jede Fläche genau einer Einheit zugeordnet ist.
Treppenhaus, Aufzug, Flure, Waschküche, Trockenraum und Kellergänge sind Gemeinschaftsflächen. Sie gehören in den Plan, zählen aber zu keiner Wohnung. Wer sie nicht getrennt führt, produziert Wohnflächen, die in Summe größer sind als das Gebäude.
- Jede Wohnung eindeutig benennen, zum Beispiel WE 3 im 1. OG
- Gemeinschaftsflächen als solche kennzeichnen
- Kellerabteile den Einheiten zuordnen, aber nicht zur Wohnfläche zählen
- Pro Geschoss eine Gesamtsumme führen und gegen die Mietliste prüfen
Flächen, die die Verwaltung braucht
Für die Verwaltung sind drei Zahlen relevant: die Wohnfläche je Einheit, die Summe der Wohnflächen als Umlagegrundlage und die Nutzfläche der Nebenräume. Halten Sie diese Werte im Plan getrennt, damit eine Nebenkostenabrechnung nicht auf geschätzten Anteilen beruht.
Der Editor berechnet die Fläche jedes Raums aus der Geometrie und wendet auf Wunsch die Faktoren der Wohnflächenverordnung an. Für Balkone gilt üblicherweise ein Viertel, für unbeheizte Wintergärten die Hälfte, für Keller und Waschküche null.
Ausgabe für Verkauf und Bestand
Für den Verkauf des gesamten Hauses erzeugen Sie ein PDF mit einer Seite je Geschoss, ergänzt um eine Übersicht der Einheiten. Für die Vermietung einzelner Wohnungen exportieren Sie den Ausschnitt der jeweiligen Einheit als eigenes PDF oder Bild.
Wenn die Objektdaten in ein Maklersystem übernommen werden sollen, liefert der OpenImmo-XML-Export Wohnfläche, Nutzfläche und Zimmerzahl in strukturierter Form – deutlich verlässlicher, als die Zahlen aus einem PDF abzutippen.
Häufige Fragen
Wie ordne ich Gemeinschaftsflächen zu?
Gar nicht zu einer Wohnung. Treppenhaus, Flure, Waschküche und Trockenraum sind Gemeinschaftsflächen und stehen außerhalb jeder Wohnfläche. Sie werden im Plan dargestellt und in der Verwaltung getrennt geführt.
Brauche ich für jede Wohnung einen eigenen Plan?
Für die Vermietung ja, weil Interessenten nur ihre Einheit sehen wollen. Für die Hausakte reicht der Geschossplan mit klarer Kennzeichnung. Aus einem Projekt lassen sich beide Ausgaben erzeugen.
Wie vermeide ich widersprüchliche Flächenangaben?
Indem alle Zahlen aus einer Quelle stammen. Sobald Wohnflächen in Exposé, Mietvertrag und Abrechnung getrennt gepflegt werden, laufen sie auseinander. Ein Plan je Geschoss mit berechneten Raumflächen ist die belastbarere Grundlage.