Objekttypen
Grundriss erstellen für ein Büro
Gewerbliche Mieter entscheiden anders als Wohnungssuchende. Sie fragen nicht, ob der Raum gemütlich ist, sondern wie viele Arbeitsplätze hineinpassen, ob sich Besprechungsräume abtrennen lassen und wie tief die Fläche ist. Ein Bürogrundriss muss diese Fragen beantworten, bevor jemand den Termin vereinbart.
Das heißt vor allem: Maße statt Atmosphäre. Raumtiefe, Achsabstände, Fensterachsen und die Lage der Sanitärkerne sind wichtiger als Möbelsymbole. Eine Bürofläche wird über Zahlen vermarktet, und der Grundriss ist der Träger dieser Zahlen.

Was auf einen Bürogrundriss gehört
Zeigen Sie die Gesamtfläche der Einheit, die Fläche je Raum, die Raumtiefe und die Lage von Teeküche, WC-Kern und Serverraum. Ergänzen Sie den Zugang: Haupteingang, zweiter Rettungsweg und die Anbindung an Treppenhaus oder Aufzug.
Fensterachsen sind bei Büroflächen der Schlüssel zur Teilbarkeit. Wenn im Plan erkennbar ist, wo Trennwände an eine Fensterachse anschließen können, kann ein Interessent selbst durchrechnen, wie viele Einzelbüros aus der Fläche werden – das verkürzt den Vermietungsprozess erheblich.
- Gesamtfläche und Fläche je Raum ausweisen
- Raumtiefe und Fensterachsen darstellen
- Sanitärkern, Teeküche und Technikräume kennzeichnen
- Zugänge und Rettungswege einzeichnen
Fläche ist hier nicht Wohnfläche
Die Wohnflächenverordnung gilt für Wohnraum. Bei Büroflächen wird üblicherweise über Nutzfläche oder Mietfläche gesprochen, häufig auf Basis von DIN 277 oder einer vertraglich vereinbarten Mietflächendefinition. Die Zahlen unterscheiden sich teils erheblich.
Praktisch heißt das: Geben Sie an, nach welcher Definition Sie rechnen, und stellen Sie die Flächen im Plan so dar, dass sie nachvollziehbar sind. Der Editor berechnet die geometrische Fläche jedes Raums; welche Definition daraus eine Mietfläche macht, entscheiden Sie und Ihr Vertrag.
Übergabe an Planer und Innenausbau
Sobald ein Mieter feststeht, geht der Plan an den Innenausbau. Dafür ist DXF das Format der Wahl: Es enthält die Wandlinien als Vektorgeometrie in Millimetern und lässt sich in jedem CAD-Programm als Grundlage einlesen.
Für die Vermarktungsphase bleibt PDF das Format für Exposés und Mietangebote, ergänzt um ein Bild für Portale. Eine 3D-Ansicht hilft vor allem bei Rohbauflächen, bei denen sich Interessenten sonst nichts vorstellen können.
Häufige Fragen
Wie viele Arbeitsplätze passen auf eine Bürofläche?
Das hängt vom Zuschnitt und den Anforderungen des Mieters ab, deshalb sollten Sie es nicht pauschal behaupten. Geben Sie stattdessen Fläche, Raumtiefe und Fensterachsen an, dann rechnet der Interessent selbst – und Sie haften nicht für eine Schätzung.
Gilt die Wohnflächenverordnung auch für Büros?
Nein. Sie regelt Wohnraum. Für Gewerbeflächen wird mit Nutzfläche oder einer vertraglichen Mietflächendefinition gearbeitet, häufig angelehnt an DIN 277. Nennen Sie immer die verwendete Definition.
Welches Format braucht der Innenausbau?
DXF. Es überträgt die Wandgeometrie maßhaltig in CAD-Programme. Ein PDF reicht für die Vermarktung, aber nicht als Planungsgrundlage, weil sich daraus keine bemaßte Geometrie zurückgewinnen lässt.